Floating & Entspannung
60 Minuten Floating: Was passiert wirklich während der ersten Session?
7 Min. LesezeitFloating Wiesbaden
Wenn Sie noch nie gefloatet haben, können 60 Minuten zunächst erstaunlich lang wirken. Was macht man eigentlich eine ganze Stunde im Wasser? Wird einem langweilig? Muss man meditieren können? Kann man einschlafen? Und eine Frage hören wir besonders häufig: Was ist beim Floating eigentlich anders als beim entspannten Treiben im Meer?
Die wichtigste Antwort zuerst: Beim Floating in Wiesbaden müssen Sie nichts Besonderes tun. Sie legen sich auf warmes, stark salzhaltiges Wasser, und durch die hohe Konzentration an Magnesiumsulfat trägt der Körper sich nahezu von selbst an der Oberfläche. Sie müssen weder besonders gut schwimmen noch sich mit Armen oder Beinen über Wasser halten. Die ersten Minuten können ungewohnt sein – doch meist stellt sich schnell ein beruhigendes Gefühl ein: Das Wasser hält. Sie dürfen einfach liegen bleiben.
Aber ist das nicht einfach wie im Meer?
Nicht ganz – und der Unterschied liegt nicht nur im Salzgehalt.
Auch im Meer bekommt der Körper Auftrieb, besonders in stark salzhaltigem Wasser. Aber das Meer bleibt eine sehr intensive Sinnesumgebung: Wellen bewegen den Körper, die Temperatur verändert sich, man hört Wasser und Menschen, spürt Wind auf der Haut, sieht Licht und Bewegung. Selbst wenn man entspannt auf dem Rücken treibt, bekommt das Gehirn permanent neue Informationen.
Beim Floating ist die Idee fast umgekehrt. Das Wasser ist so eingestellt, dass der Körper mühelos getragen wird. Die Temperatur bleibt angenehm und konstant, während Licht, Geräusche, Bewegung und andere äußere Reize deutlich reduziert werden. Der Körper muss weder auf Wellen reagieren noch sich ständig an eine wechselnde Umgebung anpassen.
Deshalb können Meer und Floating zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen sein. Das Meer umgibt uns mit Eindrücken. Floating nimmt viele davon bewusst zurück.
Und genau dieser Unterschied macht Floatation-REST auch wissenschaftlich interessant.
Und was macht man 60 Minuten lang?
Am Anfang vielleicht genau das, was viele erwarten: denken.
An die Arbeit. An ein Gespräch von vor drei Tagen. An irgendeine Sache, die längst vergessen schien. Vielleicht fragt man sich auch, wohin mit den Armen oder wie viel Zeit wohl schon vergangen ist.
Floating verlangt nicht, dass der Kopf sofort leer wird. Sie müssen weder meditieren können noch sich zwingen, an nichts zu denken. Nach und nach gewöhnt sich der Körper an das Schweben. Die Position wird selbstverständlich, das Wasser braucht keine Aufmerksamkeit mehr, und rundherum passiert erstaunlich wenig.
Und genau dort wird es spannend.
In der Wissenschaft spricht man von Floatation-REST – Reduced Environmental Stimulation Therapy. Gemeint ist eine Umgebung, in der äußere Reize stark reduziert werden.
Eine 2024 in Scientific Reports veröffentlichte Studie verglich 60 Minuten Floatation-REST mit 60 Minuten Ruhe auf einem warmen Wasserbett in einem dunklen, stillen Raum. Nach dem Floating berichteten die Teilnehmer über deutlich stärkere Veränderungen ihres subjektiven Zeitempfindens und der wahrgenommenen Grenzen des eigenen Körpers.
Kann man wirklich das Gefühl für den eigenen Körper verlieren?
Nicht im Sinne eines völligen „Nicht-mehr-Spürens“ – und dafür braucht es auch keinerlei mystische Erklärung.
Im Alltag bekommt der Körper ständig Orientierung: Die Füße spüren den Boden, der Rücken den Stuhl, der Kopf das Kissen, die Haut Kleidung und Luft. Beim Floating verteilt sich der Körperdruck wesentlich gleichmäßiger über das Wasser. Gleichzeitig gibt es weniger Licht, weniger Geräusche und weniger andere sensorische Hinweise.
Dadurch können sich Körperempfindungen verändern. Manche Menschen erleben vor allem eine ungewohnte Leichtigkeit. Andere merken nach einiger Zeit kaum noch, wie Arme oder Beine genau liegen. Wieder andere beschreiben das Gefühl, dass die Grenze zwischen Körper und Wasser weniger deutlich wird.
Genau solche Veränderungen wurden auch in der Studie von 2024 beobachtet: Nach Floatation-REST war das subjektive Gefühl der Körpergrenzen stärker abgeschwächt als in der Kontrollbedingung.
Was Sie selbst erleben werden, lässt sich natürlich nicht vorhersagen. Und vielleicht ist genau das ein Teil des Reizes beim ersten Floating.
Und wenn ich einschlafe?
Dann schlafen Sie eben ein.
Manche Menschen dösen während des Floatings kurz weg oder geraten in diesen angenehmen Zwischenzustand zwischen Wachsein und Schlaf. Andere bleiben die gesamten 60 Minuten wach. Beides ist völlig in Ordnung.
Sie müssen nicht meditieren, keine Atemtechnik beherrschen und auch keinen besonderen Bewusstseinszustand erreichen. Sie können denken, träumen, dösen oder einfach das warme Wasser genießen.
Floating ist eine seltene Form der Auszeit, bei der Sie nichts beweisen und nichts besonders gut können müssen.
Misst die Wissenschaft eigentlich auch etwas anderes als persönliche Eindrücke?
Ja – und genau das ist besonders interessant.
Forscher haben physiologische Veränderungen auch direkt während 90-minütiger Floatation-REST-Sitzungen gemessen. In einer 2022 in Frontiers in Neuroscience veröffentlichten Studie wurden unter anderem Blutdruck, Atemfrequenz, Herzfrequenz und verschiedene Parameter der Herzratenvariabilität während des Floatings erfasst. Verglichen wurde Floatation-REST mit einer entspannten Naturfilm-Bedingung.
Dabei zeigten sich unter Floatation-REST unter anderem niedrigere systolische und diastolische Blutdruckwerte sowie eine niedrigere Atemfrequenz im Vergleich zur Kontrollbedingung. Die Autoren interpretierten die beobachteten Veränderungen als Hinweis auf eine Verschiebung der autonomen Regulation in Richtung geringerer sympathischer Aktivierung. Gleichzeitig gilt auch hier: Eine einzelne Studie erlaubt keine Garantie dafür, wie der Körper jedes einzelnen Menschen reagiert.
Der spannende Punkt ist ein anderer: Die Forschung untersucht längst nicht nur, ob Menschen nach dem Floating sagen, dass sie sich entspannter fühlen. Sie misst auch, was während der Session physiologisch passiert.
Und wo verschwinden am Ende diese 60 Minuten?
Das lässt sich vorher kaum sagen.
Vielleicht fühlen sich die ersten Minuten ungewohnt an und der Rest vergeht überraschend schnell. Vielleicht dösen Sie ein. Vielleicht merken Sie plötzlich, wie anders sich der Körper anfühlt, wenn darunter keine feste Oberfläche ist. Oder das stärkste Erlebnis ist etwas viel Einfacheres: Eine Stunde lang hat niemand geschrieben, angerufen, etwas gefragt oder erwartet, dass Sie irgendwohin müssen.
Bei Floating Wiesbaden findet Floating in privater Atmosphäre in der Sonnenberger Straße 80A nahe dem Kurpark statt. Vor der ersten Session erklären wir Ihnen in Ruhe, wie alles abläuft. Danach bleibt eigentlich nur noch eines: ins Wasser gehen, sich zurücklehnen und feststellen, dass es Sie tatsächlich trägt.
Und genau hier endet eigentlich alles, was man sinnvoll im Voraus erklären kann. Man kann verstehen, warum der Körper auf dem Wasser bleibt. Man kann Studien zu Floatation-REST lesen und den Unterschied zum Meer erklären. Mehr dazu, was die Forschung über Floating gegen Stress in Wiesbaden zeigt, lesen Sie im ausführlichen Journal-Artikel.
Eine Frage bleibt trotzdem offen:
„Wie wird es sich für mich anfühlen?“
Die Antwort darauf gibt es nur im Wasser.
Wissenschaftliche Quellen
- Hruby H., Schmidt S., Feinstein J. S. et al. (2024). Induction of altered states of consciousness during Floatation-REST is associated with the dissolution of body boundaries and the distortion of subjective time. Scientific Reports, 14, 9316.
- Flux M. C. et al. (2022). Exploring the acute cardiovascular effects of Floatation-REST. Frontiers in Neuroscience, 16:995594.
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